Rabanal – jetzt geht es auf den hoechsten Berg des Camino

Gestern abend in Astorga habe ich das erste Mal auf dem Weg allein gegessen. Eine Pizza auf dem Placa Mayor in Astorga, nachdem ich mit noch die roemischen Reste Asturicas angesehen hatte.

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Auf dem Weg nach Rabanal: Blick zurück auf Astorga

Als ich um 22 Uhr in Herberge kam, war es schon dunkel im Schlafsaal. Aber laut war es. Ein Schnarcher sorgte fuer ein sonores Konzert. Also die Ohrstoepsel rein und schon war es viel gedaempfter. Als ich morgens aufwachte, lag ich ganz allein im Schlafsaal. Alle waren schon weg, ich hatte wegen meiner Geraeuschdaemmung verschlafen. Also hoch, Sachen packen und los. Schnell noch ein Fruehstueck auf der Placa Mayor und eine Flasche Wasser in den Trinksack und los ging es.

Es folgte ein wunderschoene Strecke mitten durch die Landschaft. Ueber mir kreiste ein Storch. In der Ferne die schneebedeckten Berge der Montes Leon. Dazu erst die Gregorianischen Gesaenge und spater Coelho mit seinem Stueck vom Jakobsweg. Das fuehrt unwillkuerlich dazu, dass die Gedanken wieder spiritueller werden.

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Wegweiser in jeder Form

Ein schoenes Stueck Weges. Auch die Blase war nicht mehr so nervig. Allerdings hatten bis Rabanal alle Bars geschlossen, also musste ich mit Wasser und Muesliriegel durchhalten.

Unterwegs traf ich Berthold aus Berlin, der wegen einiger Blasen pausieren musste. Es entstand natuerlich gleich ein Fachgespraech ueber eines der wichtigsten Themen des Caminos. Dazu kam, das Berthold gut Bescheid wusste, ist er doch Hautarzt. Jetzt gehe ich meine Blasen viel beruhigter an…

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Blick in die Weinberge

Nach einigen Stunden Wanderns bin ich jetzt in Rabanal angekommen, auf 1160 Meter Hoehe. Morgen geht es ueber Foncebadon, dem Ort wo die wilden Hunde lauern, zum Cruz de Ferro, wo ein Stein niederzulegen ist. Ueber 1500 Meter hoch ist es dort. Ob wohl noch Schnee liegt?

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Gutes Frühstück bei den barmherzigen Schwestern des Ordens von St. James. Mit Silvia (links) werde ich die letzten 150 km gehen, weiß es hier nur noch nicht…

Untergekommen bin ich bei einem englischen Orden. Gleich daneben ist ein Haus von deutschen Moenchen, die aber keine Unterkunft bieten. Meine Herberge ist allerdings auch wunderschoen. Um 7 und um 21.30 Uhr singen die Moenche, das wird sicher ein Erlebnis. Und beim Pilgermenu sitze ich dann sicher nicht allein…

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