Astorga – etwas kuerzer getreten…

Mit meinen zwei dicken Blasen unter den Vorderfuessen bin ich heute mal etwas kuerzer getreten. 18 Km sind ja auch eine schoene Strecke. Compeed hilft aber wirklich gut, kann ich nur weiterempfehlen. Habe mir gerade noch einen Vorrat davon angelegt, damit ich meine (derzeit) wichtigsten Koerperteile ordentlich pflegen kann.

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Mit Michael aus Hamburg über die Brücke von Hospital de Orbigo

Gestern abend bin ich noch mit einer Schweizerin, Verena, und Christine aus dem Bayrischen Wald sowie Feuerwehrmann Michael zum Essen ausgegangen. Das erste Mal wieder ein richtiges Pilgermenu. Hospital de Orbigo ist spanienweit bekannt fuer seine hervorragenden Forellen. Also gab es nach einem riesigen Salat „Fried Trout“. Alles sehr lecker, besonders aber der klasse Rioja der dazu gereicht wurde. Danach noch ein Eis und ein klitzekleiner Brandy (wegen der Fuesse). Danach ging es mir schon erheblich besser in meinem „Pilgertal“. Michael erzaehlte mir noch, dass er geglaubt hat, als er mich anfangs mit dem gepiercten Tattoo-Man gesehen hatte, dass ich im Rahmen einer Erlebnis-Paedagogik als Erzieher mit meinem Zoegling unterwegs sei. Wo der Tattoo-Man jetzt wohl ist. Ob er wohl wieder in einem Bus sitzt? Na ja, man muss sich auch mal trennen koennen.

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Die Pilgerherberge in Hospital de Orbigo mit ihrem schönen Innenhof

Trennen musste ich mich heute allerdings auch von Michael. Er ist mit seinen sportlichen 27 Jahren einfach zu schnell fuer mich. Und Strecken ueber 30 km sollte ich mir einfach nicht mehr antun. Ueber 50 ist man halt schon auf dem Weg ins Rentnerlager…

Ansonsten war die Strecke von Hospital de Orbiga nach Astorga heute sehr schoen. Frueh am morgen ging beim Wandern die Sonne auf, auf den Pflanzen lag noch Rauhreif. Mit den Kilometern musste man immer mehr ausziehen. Blauer Himmel – keine Wolke weit und breit, jetzt brennt die Sonne richtig herunter. Mindestens 25 Grad sind es.

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Ausgrabungen in der alten Römerstadt Astorga

Astorga ist als alte Roemerstadt bekannt, also bin ich erstmal ins roemische Museum. Erst ein gut gemachter Film und dann eine kleine, aber feine Ausstellung. Passt gut zu meinem Buch „Imperium“ von Robert Harris ueber den roemischen Rhetoriker Cicero, das ich gerade lese. Kann ich uebrigens nur weiterempfehlen, wieder sehr gut und spannend geschrieben. Ich habe uebrigens nur die Haelfte des Buches mit. Bis Seite 160 hatte ich schon zu Hause gelesen. Also habe ich das Buch einfach mitten durch geschnitten und nur den Rest mitgenommen. Es kommt eben auf jedes Gramm an!

Gleich will ich in das Camino-Museum, das eigentlich der Bischofspalast werden sollte und vom Architekten Gaudi, der auch die Kathedrale in Barcelona baute, geplant wurde. Ein interessanter Bau von aussen. Danach geht es in die Kathedrale von Astorga. Untergekommen bin ich im Refugio San Javier in der Naehe der Kathedrale. Frisch angekommen, habe ich erstmal meine Waesche gewaschen. Das ist so der Pilgertrott. Nach der Kathedrale geht es noch ein bischen in die Horizontale und dann wieder zum Pilgermenu.

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Der Bischofspalast von Gaudi, in dem nie ein Bischof residierte…

Bislang war ich noch nicht einmal im Hotel, sondern immer in Pilgerherbergen. Aus mir wird eben doch noch ein richtiger Pilger….
Gerade habe ich noch mal in die Wetter-Vorausschau gesehen. Bis Sonntag ist es noch gut, dann wird es rapide schlechter: Bis auf 11 Grad runter und Regen. Hoffentlich bleibt das nicht so!

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Ein schöner Abend an einem schönen Platz in Astorga – trotz Blasen

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